Reisebericht: Marokkos Höhepunkte – Ein Traum aus 1001 Nacht

Ein Reisebericht von Bozena Schweinoch

Es ist fast unmöglich, nur ein einziges Highlight zu benennen, da dieses Land uns jeden Tag aufs Neue mit faszinierenden Erlebnissen verzaubert hat. Wenn ich mich festlegen müsste, dann waren es die pulsierenden Souks in Städten wie Marrakesch, Rabat und Essaouira. Dieses Labyrinth aus Gassen, gepaart mit einem Meer aus exotischen Gerüchen und unzähligen Eindrücken, ist einfach unglaublich und hat uns alle tief beeindruckt.

1. Tag: Anreise nach Marrakesch

Nach einem sehr angenehmen Flug bin ich gemeinsam mit meinen 30 Gästen wohlbehalten in Marrakesch angekommen. Da unser Flug sehr früh startete, waren wir alle recht müde. Der ursprünglich geplante Gang über den berühmten Gauklerplatz (Djemaa el Fna) musste aufgrund von einsetzendem Regen leider verkürzt werden; wir beschränkten uns stattdessen auf einen kleinen Spaziergang um unser Hotel. Zum reichlichen Abendessen im Hotel Grand Plaza waren alle Gäste wieder erschienen und konnten ein tolles Abendessen genießen.

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2. Tag: Marrakesch – Casablanca – Rabat

Nach dem Frühstück starteten wir nach Casablanca, um die majestätische Hassan II Moschee zu besuchen. Dese Moschee ist die einzige des Landes, die auch von Nichtmuslimen besucht werden kann, und ist die zweitgrößte der Welt. Ein Prachtwerk an Bau und ein Wahrzeichen. Sie wurde erst 1993 eingeweiht und hauptsächlich aus Spenden erbaut – nach nur sechs Jahren Bauzeit. Sie ist nach dem 1999 verstorbenen König Hassan II. benannt und war ein Geschenk des marokkanischen Volkes an seinen König. Von ca. 35.000 Handwerkern und Arbeitern wurde in der kurzen Zeit ein prächtiges Bauwerk erstellt.

Nach der Besichtigung fuhren wir weiter mit dem Bus an Rick’s Café, der Filmkulisse des Films „Casablanca“. Trotz des typischen „Glücksregens“ ließen wir uns die Laune nicht verderben und fuhren weiter in die Hauptstadt Rabat. Dort erlebten wir eine fantastische Stimmung: Das Endspiel des Africa-Cups sorgte für eine hochemotionale Atmosphäre, die wir gemeinsam im Hotel verfolgten.

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3. Tag: Rabat – Tétouan – Chefchaouen

Nach dem Frühstück bestaunten wir den Hassan-Turm aus dem 12. Jahrhundert und das prachtvolle Mausoleum von Mohammed V. Von dem königlichen Palast und von der Kasbah Oudaya hatten wir eine tolle Sicht von oben auf die Stadt.

Weiter ging es nach Tétouan, der „weißen Stadt“. Dort wurden wir von einem örtlichen Guide durch die alte Medina geführt, die 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde und auch „die Tochter Granadas“ genannt wird. Diese Stadt war einst die Hauptstadt der nördlichen spanischen Zone. Daher sprechen ältere Menschen auch noch Spanisch. Nach einem abschließenden Kaffee oder marokkanischem Tee fuhren wir weiter in die blaue Stadt, nach Chefchaouen. Diese Stadt liegt im Rifgebirge und alles dort ist in Blautönen gestrichen. Diese bunten Häuser sind ein unvergleichlicher Anblick, der uns alle verzaubert hat.

4. Chefchaouen

Diesen Tag widmeten wir ganz der malerischen Altstadt. Wir schlenderten durch die verträumten Gassen, genossen frisch gepressten Orangensaft an einem idyllischen kleinen Wasserfall und erklommen eine Anhöhe. Von dort oben hatten wir einen spektakulären Ausblick über die gesamte blaue Stadt – ein perfektes Fotomotiv.

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5. Tag: Chefchaouen – Volubilis – Meknes

Nach dem Frühstück ging es zur Stadt Volubilis und der größten römischen Ausgrabungsstätte Marokkos. Bei einer Führung durch die Ruinen erfährt man viel über die Zeit der Römer in der Gegend. Die Ausgrabungsstätte wurde 1997 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und stammt aus der Zeit des Kaisers Caracalla aus dem 3. Jahrhundert. Erst 1915 begannen die französischen Archäologen, die im Jahr 1874 entdeckte Ruinenstätte auszugraben. Zum Vorschein kamen wunderschöne Mosaike und Umrisse vieler Villen und Thermenanlagen. Die einst gefundenen Bronzestatuen befinden sich jedoch im Museum in Rabat.
Danach fuhren wir in die Stadt Moulay Idris. Wegen des dort befindlichen Grabes des Staatsgründers Idris I. gilt sie für viele Muslime als heilig und durfte bis weit ins 20. Jahrhundert nicht von Ausländern betreten werden. In Moulay Idris bekamen wir eine kurze Stadtführung und ein Mittagessen in Form eines marokkanischen Döners. Herrlich gut und eine besondere Kulinarik an einem ortsüblichen Grillstand mit frischem Fleisch und viel Gemüse.
Danach fuhren wir weiter nach Meknès zum Hotel Transatlantique, wo wir ein wunderbares Essen aus der Tajine (ein rundes, aus Lehm gebranntes Schmorgefäß, typisch für Nordafrika) serviert bekamen.

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6. Tag: Meknès und Ankunft in Fès mit Teezeremonie

Meknès beeindruckte uns mit seinen gewaltigen Mauern und den monumentalen königlichen Stallungen.Weiter in Fès erwartete uns eine ganz besondere Überraschung: Eine private Teezeremoniebei einer marokkanischen Familie in einem traditionellen Riad. Bei hausgemachtem Gebäck wie den köstlichen Gazellenhörnchen durften wir einen Einblick in das Leben der Einheimischen gewinnen – eine Begegnung, die uns sehr berührt hat

Heute stand die Besichtigung der Königsstadt Meknès auf dem Plan. Wir gingen entlang der langen Festungsmauer und vorbei an einigen Moscheen. Die Stadt hat den Spitznamen „Stadt der hundert Minarette“. Auch diese Stadt ist zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Zurecht, denn die Medina, der Königspalast, die aus Lehm gebaute Festungsmauer, die Stallungen für 12.000 Pferde und die vielen Moscheen gibt es nur hier. Eine einzigartige Stadt, die man gesehen haben muss.
Anschließend erfolgte die Weiterfahrt zur nächsten Königsstadt Fès. Dort gab es als eine kleine Überraschung unserer Reiseleiterin eine Teezeremonie in einem Riad (einem kleinen traditionellen Stadthaus) bei einer marokkanischen Familie. Dort wurde der traditionelle Tee für uns zubereitet und verkostet. Zudem gab es sehr leckere, hausgemachte Gebäckstücke wie z. B. Gazellenhörnchen (aus Mürbeteig mit Mandeln, Datteln, Orangenblütenwasser und Zimt) zum Probieren. Zudem durften wir das ganze Haus inspizieren, sehen, wie die Menschen dort leben.
Danach wurden wir wieder kulinarisch im Hotel weiter verwöhnt beim Abendessen.

7. Tag: Fès: 9000 Gassen und die älteste Universität der Welt

Ein ganzer Tag für Fès ist eigentlich zu wenig für dieses 9.000 Gassen umfassende Labyrinth. >Wir besuchten das faszinierende Gerberviertel, die älteste Universität der Welt und lernten in einer Manufaktur, wie die berühmten Zellige-Mosaike in mühevoller Handarbeit entstehen. Die Qualität der Handwerkskunst und die Farbenpracht waren einfach überwältigend-

Der ganze Tag wurde Fès gewidmet. Zurecht, ein ganzer Tag ist gar zu wenig für dieses 9.000 Gassen umfassende Labyrinth. Zumal Fès 400 Jahre lang die Hauptstadt von Marokko war und die älteste der königlichen Städte ist.
Zum Rundgang in der Stadt gehörte auch das Gerberviertel mit den stark riechenden Gerbvorgängen in den unzähligen Becken, in denen mit Taubenkot gegerbt und dann gefärbt wird. Zu ertragen ist der Durchgang mit einem Minzzweig vor der Nase. Die dort erzeugten Lederstücke werden in den vielen Ledershops weiterverarbeitet, und die gute Qualität der Jacken, Taschen und Schuhe wird zu fairen Preisen verkauft. Sogar maßgeschneiderte Kleidungsstücke erhält man innerhalb von vier Stunden ins Hotel geliefert.
Nach dem Mittagessen in einer in der Medina befindlichen Lokalität mit typischen Speisen, besuchten wir die älteste Universität der Welt. Diese wurde 859 von Fatima al-Fihri (man staune – einer Frau) gegründet und es wird dort immer noch gelehrt. Sie ist heute von der UNESCO als die erste Universität der Welt anerkannt.
Fès ist auch ein Zentrum für Webereien. Aus Agaven wird Agavenseide hergestellt und verwoben. Eine solche Weberei mit Verkaufsraum haben wir im Anschluss besichtigt. Einen Abstecher mit dem Bus haben wir dann zu einer Manufaktur für Töpferware gemacht. Dort wurden uns alle Schritte erklärt: Von der Mischung des Tones, der Weiterverarbeitung, des Brennens, des Bemalens und der weiteren Brennung bis hin zur Glasur. Auch die Fertigung der speziellen Mosaike nach die Erzeugung der Kachel wurde demonstriert. Die Kacheln in unterschiedlichen Farben werden wieder in Stücke gebrochen und dann zu den typischen Mosaiken gesetzt. Wunderschöne Tische und Brunnen konnten wir bestaunen. Auch in einem Verkaufsraum konnten wir entsprechende Souvenirs einkaufen für die Lieben zu Hause.

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Fès, Marokko

8. Tag: Fes – Ifrane – Erfoud

Aufgrund von witterungsbedingten Sperrungen im Atlasgebirge bewiesen wir echte Abenteuerlust und nahmen eine alternative Route. Dabei entdeckten wir einen authentischen Sonntagsmarkt, auf dem wir das lebendige Markttreiben der Einheimischen hautnah erleben konnten – ein ungeplanter, aber wundervoller Einblick. In der Folge erkundeten wir die spektakuläre Dades-Schlucht, die Filmstudios in Ouarzazate und das weltberühmte Lehmdorf Aït-Ben-Haddou.

9. Tag: Erfoud – Wüste Erg Chebbi – Todra Schlucht – Boumalne

Vor Marrakesch haben wir noch einen Sonntagsmarkt besucht. Ein Markt, auf dem nur Einheimische zum Ver- und Einkaufen kommen. Hier erlebt man das wahre Marokko des Handels. Angeboten werden Gewürze, Fleisch (lebend oder geschlachtet), Obst, Gemüse, Säfte, Kleidung, Töpfe, Eisenwaren…
Weiter ging es über den Col du Tichka bei 2260 Metern über dem Meeresspiegel nach Boumalne. Dies war ein außerordentlich langer Umweg über den einzig offenen Pass – landschaftlich grandios.

10. Tag: Boumalne – Dades Schlucht – Ouarzazate

Nach Ankunft in Boumalne konnten wir unser geplantes Programm fortführen: Besuch der Dades-Schlucht, Führung durch zwei Kasbahs (eine Festung aus Stampflehm eines Berberfürsten). Ein Tag voller Farben, Felsen und traditioneller Architektur.

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11. Tag: Ouarzazate – Aid Ben Haddou – Tizi-n‘Tichka Pass – Marrakesch

Heute Stand der Besuch der Stadt Ouarzazate auf dem Programm. Diese Stadt ist seit 1984 ein ständiger Drehort von Filmproduktionen). Danach fuhren wir zur Lehmstadt Aït Ben Haddou, die ebenfalls Drehort vieler Filme ist, darunter „Lawrence von Arabien“, „Asterix und Obelix“ oder „Gladiator“. Hier erlebten wir noch einmal eine Teezeremonie in einem typischen Lehmwohnhaus.
Danach erfolgte die Rückfahrt nach Marrakesch.

12. Tag: Marrakesch

Zurück in Marrakesch besuchten wir die Koutoubia-Moschee, den „Jardin Secret“ und den berühmten Garten von Yves Saint Laurent, den Jardin Majorelle. Ein absolutes Highlight war unser Ausflug mit Jeeps in die Steinwüste zum Sonnenuntergang. Im „La Bohème“ genossen wir bei marokkanischem Tee den goldenen Himmel – ein perfekter Ausgleich für die geänderte Route und ein Moment voller Frieden.

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Tag 13: Ausflug nach Essaouira

Unser letzter Ausflug führte uns in die Hafenstadt Essaouira am Atlantik. Die Stadt wurde von den Portugiesen im 15. Jahrhundert erobert, die ihr das heutige Aussehen verliehen haben. Wir genossen das Bild der traditionellen blauen Holzfischerboote und die besondere Atmosphäre dieser UNESCO-Welterbestadt.

Tag 14: Abschied mit vollen Herzen

Die Heimreise erfolgte am 14. Tag. Viele Eindrücke, warme Begegnungen und eine gute Portion marokkanische Lebensfreude reisen mit uns nach Hause. Ich bedanke mich von Herzen bei allen Gästen für ihre Flexibilität, Neugier und die schöne gemeinsame Zeit.

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