Tag 2: Zwischen Westerland und Keitum
Am zweiten Tag brachte uns der Bus in das nur 10 Minuten entfernte Westerland. Dort führte uns der Sylter Gästeführer, Uwe Becher, durch den Hauptort und teilte spannende Geschichten über die Veränderungen auf der Insel – von Baugrundstücken zu Spottpreisen in den 60er Jahren bis hin zu den heutigen Herausforderungen für die Inselbewohner.
Weiter ging es nach Keitum, dem Ort, der bereits seit vielen Jahren unter besonderem Denkmalschutz stand. Im 18. Jahrhundert war Keitum der Hauptort der Insel gewesen. Wir konnten uns kaum sattsehen an den reetgedeckten Häusern und den schönen Friesenwällen, die mit ihren großen Steinen die Grundstücke einfriedeten und auf denen Sylter Rosen, Hainbuchen oder Dünengras wuchsen. In dem Ort, der einen wunderschönen Ausblick auf das Watt bot, besuchten wir das Altfriesische Haus mit seinen mehreren, liebevoll eingerichteten Stuben. Beim Gang durch das Haus ließ sich nachempfinden, unter welchen Bedingungen die Menschen vor einigen Jahrhunderten dort gelebt hatten.
„Irgendwann scheint hier jeden Tag die Sonne“, so die Aussage eines Einwohners von Keitum, der vor zwanzig Jahren von Hamburg dorthin gezogen war. Nachdem es in Berlin den ganzen Tag geregnet hatte, freuten wir uns über diese Worte umso mehr, besonders als wir unseren Kaffee am Nachmittag windgeschützt bei strahlendem Sonnenschein zu uns nahmen.