Reisebericht: Mecklenburgische Seenplatte

Ein Reisebericht von Bozena Schweinoch

Anfang September durfte ich als Reiseleiterin eine herzliche Reisegruppe an die Mecklenburgische Seenplatte begleiten. Rund um die Müritz – Deutschlands größten Binnensee – erlebten wir idyllische Uferlandschaften, historische Fachwerkstädtchen, Kulturgeschichten und die regionale Küche des „Landes der 1000 Seen“. Hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht.

1. Tag: Anreise an die Müritz & Ankommen im Seehotel Schloss Klink

Nach einer bequemen Zugfahrt kamen wir am wuseligen Hauptbahnhof von Berlin an. Dort mussten wir als Gruppe gemeinsam zum Bus gelangen, was wunderbar funktionierte. Der Bus brachte uns in unser Hotel, das Seehotel Schloss Klink am Müritzsee.

Das Hotel in einem geschichtsträchtigen Schloss bot uns für die kommenden Tage eine wunderbare Unterkunft. Das Frühstück nahmen wir täglich an einem tollen Buffet in der Orangerie ein und das sehr gute Abendessen im „Ritter Artus Keller“.

Am ersten Abend konnten wir nach Bezug der Zimmer die Landschaft und die Promenade am See etwas erkunden, danach folgte ein sehr entspanntes und köstliches Abendessen. Zum Abschluss des Tages trafen sich noch einige Gäste an der sehr schön eingerichteten Bar. Ich habe mich gefreut, wie schnell unsere Gruppe anzukommen schien – der perfekte Start.

2. Tag: Altstadtflair in Waren (Müritz), Naturerlebnis im Müritzeum & Schifffahrt

Nach einem reichlichen und sehr guten Frühstück sind wir in das 8 km entfernte Städtchen Waren (Müritz) gefahren. Die Müritz ist Deutschlands größter Binnensee, und Waren ist bekannt als Erholungs- und Kurort mit Heilbad.

Wir machten eine Stadtführung durch das malerische Städtchen. Zu sehen gab es die Altstadt mit den gepflasterten Straßen und den vielen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, die zahlreichen Cafés und Restaurants (derzeit 40 an der Zahl, erstaunlich für eine Stadt mit ca. 20.000 Einwohnern) sowie die beiden Kirchen – die Marienkirche und die St.-Georgen-Kirche (eines der Wahrzeichen der Stadt). Beide Kirchen sind evangelisch, wobei es in der Stadt auch eine kleine katholische Gemeinschaft gibt.

Am Nachmittag besuchten wir gemeinsam noch das Müritzeum, das fußläufig erreichbar war. Das Müritzeum ist ein wissenschaftlich betreutes Natur-Erlebnis-Zentrum, durch das wir eine Führung erhielten. Es beherbergt das größte Süßwasseraquarium in Deutschland mit mehr als 40 Süßwasserfischarten. Bei der ausführlichen Führung durch die Ausstellungsbereiche des interaktiven Naturerlebniszentrums, das sich als Schaufenster des Müritz-Nationalparks versteht, haben wir viel über die spezielle Umgebung in der Seenplatte erfahren.

Nach dem Besuch des Müritzeums wurde uns noch eine einstündige Schifffahrt auf dem Müritzsee geboten, sodass wir die schöne Landschaft mit den kleinen Buchten, Nebenflüssen und Kanälen auch von der Wasserseite sehen konnten. Bei noch schönem Wetter und guter Laune wurden wir dann im Hafenrestaurant zum köstlichen Abendessen erwartet, bevor es mit dem Bus zurück nach Klink ging. Auch hier ließen einige Gäste den Abend in der Schlossbar des Hotels ausklingen – und ich durfte viele strahlende Gesichter sehen.

3. Tag: Inselstadt Malchow, Plau am See & Kulinarik in der Scheune Bollewick

An diesem Morgen fuhren wir mit der Reiseleiterin direkt vom Hotel aus mit dem Bus zu einer ausführlichen Tour durch die Mecklenburger Seenplatte. Das erste Ziel war die Inselstadt Malchow, die den Namenszusatz „Inselstadt“ erhielt, weil der historische Stadtkern auf einer Insel im Malchower See liegt und als Deutschlands einzige Inselstadt gilt, heute jedoch mit einem Damm verbunden ist. Nach der Stadtführung, dem Beobachten der Drehbrücke im Einsatz und der Passage der Schiffe haben wir unsere Fahrt nach Plau am See fortgesetzt. Dieses reizvolle Städtchen befindet sich direkt am Westufer des Plauer Sees. Wir besichtigten die dortige Hubbrücke und die Altstadt mit der imposanten evangelischen Stadtkirche „St. Marien“ und dem Plauer Rathaus. An den Ufern des Sees und der Müritz-Elbe-Wasserstraße bieten viele Imbissstände verschiedene Fischbrötchen an. Das haben wir für eine Mittagspause genutzt und köstlich gegessen.

Weiter ging es zur Scheune Bollewick, die einst in der DDR-Zeit für die Milchviehhaltung genutzt wurde und heute wunderschön restauriert ist. Sie gilt als Deutschlands größte Feldsteinscheune. Diese Feldsteine sind große Steine aus der Eiszeit, die durch die Gletscher nach Mecklenburg kamen und als Baumaterial genutzt wurden. In der Scheune befinden sich heute zahlreiche Geschäfte, Werkstätten, eine Nähstube, ein Café, ein Hotel und mehrere Säle für Versammlungen oder musikalische Ereignisse. Aus dem hauseigenen Hofkäse und der Bio-Fleischverarbeitung wurde uns eine Verkostung geboten.

Anschließend fuhren wir zurück, vorbei an der Kleinstadt Röbel – bis kurz vor Waren machten wir noch einen kleinen Abstecher in ein Fischkaufhaus. Dort konnten sich unsere Gäste mit unterschiedlichen regionalen Köstlichkeiten – als Fischkonserven oder auch sonstigen Spezialitäten – als Mitbringsel für Freunde und Familie versorgen.

Im Hotel gab es wieder ein 3-Gänge-Menü und einen Abstecher in die schöne Hotelbar. Für mich als Begleitung war es schön zu sehen, wie genussvoll und entspannt dieser Tag für alle verlief.

4. Tag: Kultur in Stavenhagen, 1000-jährige Eichen & Schloss Ulrichshusen

Unser Ziel war an diesem letzten Ausflugstag das Fritz-Reuter-Museum in der Stadt Stavenhagen. Dieser bedeutende Schriftsteller hat seine Werke in niederdeutscher Sprache verfasst, die vor allem das ländliche Leben der Mecklenburger beschreiben. Auch eine Hörprobe konnte man sich dort anhören. Leider ist es für uns Süddeutsche kaum zu verstehen – man muss schon dort geboren sein, um dieses Niederdeutsch zu verstehen.

Nach dem Museum fuhren wir zu unserem Highlight, dem Ivenacker Park mit den 1000-jährigen Eichen und dem Baumkronenpfad – eine sehr schöne Anlage mit imposantem Baumbestand. Das Waldcafé verlockte uns zu leckerem Eis und guten heimischen Limonaden.

Danach ging die Fahrt weiter nach Liepen zur Wasserburg, die seit 2015 wieder im Besitz der Familie Hahn ist. Nach der Flucht der Familie während der Kriegsjahre in den Westen wurde die Wasserburg zu anderen Zwecken genutzt und erst nach dem Wiedererwerb durch die Gräfin und den Grafen Hahn zu einer Gutsmanufaktur umgebaut. Im Gewölbekeller hatte uns die Gräfin zu Kaffee und Kuchen geladen und uns das Produkt ihrer Manufaktur, die „Alte Pomeranze“, vorgestellt – einen pommerschen Bitterlikör nach altem Familienrezept und aus Vorliebe für Pomeranzen. Die Pomeranze, eine Art Bitterorange, wurde früher in Gutshäusern in Orangerien gehalten und gezüchtet. Daraus entwickelte man das Rezept für den Likör – eine sehr köstliche und zuckerarme Spezialität.

Danach ging es weiter zum Gut und Wasserschloss Ulrichshusen. Auch dieses Schloss wurde in den 1990er-Jahren vom einstigen Schlossherren wieder zum Leben erweckt. Das Schloss war in seiner Geschichte anderweitig genutzt worden und hatte verheerende Brände erlebt; es wurde restauriert und wird heute für Festlichkeiten und Feiern genutzt. Ebenso ist ein Hotel integriert, und nebenan befindet sich das Restaurant „Am Burggraben“. Nach einer Führung durch das Schloss durften wir ein sehr gutes Essen im Restaurant genießen, bevor wir wieder zu unserem Hotel gebracht wurden. Ich habe den Tag als besonders stimmungsvoll erlebt – zwischen Kultur, Natur und feiner Gastlichkeit.

5. Tag: Abschied von der Mecklenburger Seenplatte

Nach wunderschönen Tagen, die wir uns alle noch etwas länger gewünscht hätten, kam die Abreise. Wir waren alle sehr zufrieden mit den tollen Ausflügen, den Eindrücken und der schönen Landschaft. Viele Gäste wollen wiederkommen. Die Mecklenburger Seenlandschaft hat so viel zu bieten – da braucht es noch einmal ein Wiedersehen!

Die Reise ging erst mit dem Bus nach Berlin und weiter mit dem ICE nach Freiburg. Ich sage Danke für die schöne gemeinsame Zeit und freue mich auf ein Wiedersehen an der Müritz!

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